Asch


Asch
Ạsch 〈m. 1u; ostmdt.〉 Napf, Schüssel, kleine Wanne [<ahd. asc „Schüssel, Becken“, früher „Boot“; eigtl. wohl „Boot aus Eschenholz“]

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I
Ạsch,
 
tschechisch [aʃ], Stadt im Westböhmischen Gebiet, Tschechische Republik, in stark industrialisierter und dicht besiedelter Umgebung, zwischen Fichtel- und Elstergebirge, 13 300 Einwohner; Textilfachschule;
 
 
Textil-, Maschinen-, Porzellanindustrie.
 
 
Seit dem 12. Jahrhundert zum Reichsland Eger gehörig, wurde Asch Hauptort der um die Burg Neuberg gebildeten Herrschaft. Diese fiel um 1400 an die Herren von Zedtwitz und wurde reichsunmittelbar (bis 1806, obwohl die Herrschaft seit 1735 allmählich in das Königreich Böhmen einbezogen wurde). Asch ist seit 1872 Stadt.
 
II
Ạsch,
 
Schalom (Sholem), jiddischer Schriftsteller, * Kutno (Polen) 1. 11. 1880, ✝ London 10. 7. 1957; ging 1899 nach Warschau, lebte 1906-10 in Palästina, ab 1914 in den USA, wo er 1920 eingebürgert wurde, dann in England und in den letzten Jahren in Israel. Asch gehört zu den bedeutendsten Vertretern des jiddischen Schrifttums im 20. Jahrhundert. In zahlreichen Romanen und Erzählungen schilderte er das Milieu des Ostjudentums (z. B. in der Romantrilogie »Farn mabl«, 1927-32; deutsch »Vor der Sintflut«, Band 1: »Petersburg«, Band 2: »Warschau«, Band 3: »Moskau«); später bevorzugte er Stoffe aus der jüdischen Geschichte. Seine Romane »The Nazarene« (1939; deutsch »Der Nazarener«), »The Apostle« (1943; deutsch »Der Apostel«) und »Mary« (1949; deutsch »Maria«) lassen das Bestreben erkennen, jüdische und christliche Denkweise einander näherzubringen. Weithin bekannt wurde er auch mit sozialen Dramen und Komödien (u. a. »Der Gott der Rache«, deutsch 1907).

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Ạsch, der; -[e]s, Äsche [mhd. asch = Schüssel; kleines Schiff, ahd. in: ascman = Seeräuber, Pirat (eigtl. = Bootsmann), H. u.] (ostmd.): Napf, [tiefe] Schüssel.

Universal-Lexikon. 2012.

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